Bilder & Berichte

2017

Weinprobe

Musikalische Weinprobe im Heimatmuseum

     

Die zwölfte Weinprobe mit dem Hauswinzer Harald Frieß aus Harxheim hatte der Heimat- und Geschichtsverein für den vergangenen Freitag organisiert. Aufgrund des regen Zuspruchs dieser Veranstaltung fanden sich neben Leeheimer Weinfreunden auch Gäste der Nachbargemeinden ein  und im Nu war der Versammlungsraum an den liebevoll gedeckten und mit bereitgestellten Probiergläsern bestückten Tischen bis auf den letzten Platz besetzt.

In seinen Grußworten würdigte der Vorsitzende Ludwig Jung alle Vorstandsmitglieder und Helfer, deren Engagement einen derartigen Abend erst möglich mache. Rund fünfzehn Ehrenamtliche hätten bereits im Vorfeld, beginnend mit der Organisation, über den Einkauf aller Zutaten, die liebevolle Zubereitung der rund 70 Winzerteller und des für derlei Abende nicht mehr wegzudenkenden Spundekäses, sowie dem Schneiden der unzähligen, für Weinproben unverzichtbaren Weißbrot-Stückchen hinter den Kulissen gewirkt. Nicht zu vernachlässigen seien dabei aber auch die Damen und Herren, die sich sowohl ums Tische- und Bänke-Rücken, sowie um die Reinigung der Museumsräume  im Vorfeld und nach der Veranstaltung kümmerten.

Eingestimmt mit einem Gläschen Winzersekt ließen sich die Weinfreunde als Grundlage eine  reich und appetitlich angerichtete Winzerplatte munden, ehe sie gespannt den Ausführungen des Winzers über Lage und Witterungseinfluss seiner, aus der reichen Palette seines Angebotes ausgewählten Weine lauschten. Diese edlen Tropfen wurden den Gästen streng nach dessen Anweisungen in die bereitstehenden Gläser gefüllt. Das erste Mal mit dabei und für launige Unterhaltung zwischen den einzelnen Probiergängen sorgte ein Harxheimer Fastnachtssänger mit fröhlichen Weinliedern, sodass den Gästen nicht nur ein lehrreicher, sondern auch vergnüglicher Abend geboten wurde. Und, wie anzunehmen ist, war für den ein oder anderen Weinliebhaber in dem Angebot an Weiß- und Rotweinen ein geeigneter Rebensaft dabei, der sich in den Auftragsbüchern des Winzers wiederfand.     

     

Schlachtessen

Schnütchen, Bäckchen, Schweinepfeffer und mehr aus der Museumsküche

Schlachtessen im Heimatmuseum, ein fester Termin im Veranstaltungskalender des Heimat- und Geschichtsvereins und, wie auch diesmal unschwer festzustellen war, ebenso bei den Freunden deftiger Kost aus Leeheim und Umgebung. Lange bevor die in Wärmebehältern appetitlich angerichteten Köstlichkeiten, freigegeben wurde, waren im Veranstaltungsraum, im Eingangsbereich und in der Scheune alle bereitgestellten Tische und Bänke mit erwartungsvollen Gästen besetzt.


 

Doch um dieses umfangreiche Angebot, auf Wunsch schon zum Frühstück frisches Mett oder gebackene Klöße mit jeweils vielen Zwiebeln,  zu ermöglichen, waren viele fleißige Helfer bereits zwei Tage vorher beschäftigt. Nur wie früher selbst Schlachten,  ist in diesem Umfang natürlich nicht mehr möglich. Um für alle Gäste das heiß geliebte Angebot an Schnütchen, Bäckchen, Bauch, Nierchen und Zunge präsentieren zu können, müssten mehr als 150 Schweine geschlachtet werden, merkt der Museumsküchenmeister Hans Moldaner schmunzelnd an. Also werden alle Zutaten vom regionalen Lieferanten einzeln bezogen. Eine große Herausforderung stelle dabei alle Jahre wieder die Bestellung der richtigen Menge dar. Aber, wie sich später herausstellen sollte, lagen die Organisatoren auch diesmal wieder richtig. Stand für die hungrigen Gäste doch bis zum Schluss sowohl die richtige Menge, als auch das richtige Angebot zur Auswahl bereit.

Zwei Tage vor dem Schlachtessen-Termin trafen sich schon zwei Metzger und zwei Zuarbeiter in der Museums-Wurstküche, um Brat- und Kochwurst für den Verkauf am Samstag vorzuproduzieren und  anzuräuchern.  Die Schlachtessen-Zutaten, wie auch Mett,  gebackenen Klöße und Bratwürste für das warme Buffet werden von sechs tüchtigen Helfern natürlich erst am Samstagmorgen frisch zubereitet.  

    

Den Vorstandsfrauen obliegt im Vorfeld in der Museumsküche die verantwortungsvolle Aufgabe den für eine zünftige Schlachtplatte unverzichtbaren Schwarzen Brei (Schweinepfeffer) nach überlieferter Rezeptur vorzubereiten. Dazu werden einige Kilo Brot geschnitten, getrocknet, in Fleischbrühe zusammen mit Gewürzen weich gekocht, passiert und wieder zum Kochen gebracht. Dann erst wird die wichtigste aller Zutaten, das Blut, darunter gemischt und unter ständigem Rühren aufgekocht. Daneben gilt es Unmengen frischer Zwiebeln fürs Mett und zum Braten für die Klöße zu schälen und zu schneiden, wie auch das Sauerkraut vorzubereiten.

Am Samstag, dem großen Tag des Schlachtessens, standen schließlich frei nach dem auf der Rückseite ihrer einheitlichen T-Shirts zu lesenden Motto „Wir sind gerne für euch da“ alle zur Verfügung stehenden Vorstandsmitglieder für die vielen Gäste bereit, sei es in der Wurst- oder der Museumsküche, am Selbstbedienungs-Buffet oder beim Getränkeservice.


 

Erst als die allerletzten Gäste gut versorgt ihren Heimweg angetreten hatten, alle Tische abgeräumt und geputzt, Töpfe, Teller, Tassen, Gläser und Bestecke wieder gespült, abgetrocknet und an ihren angestammten Plätzen verstaut waren, schlug die Stunde der vielen Helfer. Während sich die Männer in der Wurstküche erst einmal ein wohlverdientes Gläschen Wein gönnten, galt es für die Museumsfrauen, sich um den bereits zur Tradition gehörenden Kaffee-Tisch mit  Tortenspenden aus  eigenen Reihen für ein gemütliches Stündchen „danach“ zu  kümmern. 

 

 

 

Neujahrsrundgang nach Wolfskehlen

 

„Super gelaufen“, resümierte der Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins Ludwig Jung nach der Rückkehr der Neujahrswanderung zum Heimatmuseum in Wolfskehlen. Knapp 50 Wanderer begaben sich um 9.30 Uhr bei optimalen Witterungsbedingungen entlang des Fahrradweges zum Riedstädter Nachbarstadtteil.

„Super gelaufen“, resümierte der Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins Ludwig Jung nach der Rückkehr der Neujahrswanderung zum Heimatmuseum in Wolfskehlen. Knapp 50 Wanderer begaben sich um 9.30 Uhr bei optimalen Witterungsbedingungen entlang des Fahrradweges zum Riedstädter Nachbarstadtteil.

Etwa auf der Hälfte der vier Kilometer langen Wegstrecke informierten Jung und Wilhelm Wald am „Rosengärtchen“ über die Trassenführung im Rahmen der geplanten Dornheimer Umgehungsstraße. So sei unter anderem in diesem Zusammenhang an der bisher durch Ampeln geregelten Kreuzung B 44 und L3069/B26 künftig ein Kreisel vorgesehen.

 

Bereits gegen elf Uhr konnte die Vorsitzende des Wolfskehler Heimat- und Geschichtsvereins Adelheid Reinhardt mit ihren Helfern die Leeheimer Gäste in Empfang nehmen und unterstützt von Hans Schaffner in zwei Gruppen die überwiegend aus der Landwirtschaft rekrutieren Erinnerungsstücke des Nachbarvereins die den dortigen Räumlichkeiten präsentieren. Jeden Montag träfen sich die Vorstandsmitglieder im Museum, um sich dort den breit gefächerten heimatkundlichen Aufgaben zu widmen, erläuterte Adelheid Reinhardt. Wie auch in Leeheim widmete sich der Verein der Ahnenforschung und dem umfangreichen Gemeindearchiv  ebenso wie in den angrenzenden Werkstätten dem  Schuster-,  Spengler- und Wagnerhandwerk. Breiten Raum nähme natürlich die Gestaltung des alljährlichen „18er-Tage-Gelages“ ein. Ebenso besonderes Augenmerk der Leeheimer Gäste erfuhr die glücklicherweise noch nicht abgebaute Weihnachts-Sonderausstellung mit Kinderspielzeug früherer Generationen.

Nach einem deftigen, von den Wolfskehler Gastgebern zubereiteten  Eintopfgericht konnten die Leeheimer Wanderer gestärkt den Rückmarsch nach Leeheim antreten.

 

 

2016

Heubündelaktion im Museumshof

Der Morgen des 24. Dezember ist angebrochen – wieder kein Schnee zu Weihnachten! Aber Petrus hat ein Einsehen. Pünktlich um zehn Uhr zeigt sich die Sonne am Firmament. Im Nu hat sich der Museumshof gefüllt mit großen und kleinen Kindern an den Händen ihrer Papas, Opas und einigen wenigen Mamas. Denn es gilt ein vom Werkstattteam des Heimat- und Geschichtsvereins (HGV) vorbereitetes Heubündelchen abzuholen. Für den Esel vom Christkind ist es bestimmt. Denn während des 16-Uhr-Läutens der Kirchturmglocken bringt der Nachwuchs sie zu Großeltern, Paten, Verwandten oder Freunden. Mit dem Spruch „ Christkind, komm in unser Haus, leer deine schönen Sachen aus. Stell deinen Esel an den Mist, dass er Heu und Hafer frisst“  werden die Heubündel dort an das Hoftor gehängt.

Dieser alte Leeheimer Brauch, dessen Ursprung ungeklärt ist,  drohte durch die rückläufige Viehwirtschaft und der damit schwindenden Heuproduktion einzuschlafen. Um dem entgegen zu wirken haben die Gründerväter des HGV im Jahre 1984 in Zusammenarbeit mit einem örtlichen Landwirt begonnen, Heubündel vorzubereiten und am Vormittag des 24. Dezembers im Museumshof auszugeben. Rund 400 Stück sind es inzwischen, die alljährlich zusammen mit Naschwerk bereitgestellt und dann auch reißenden Absatz finden. Dieser Vormittag ist aber nicht nur beim Leeheimer Nachwuchs, sondern auch bei vielen Erwachsenen, mit und auch ohne Kinder ein fest verankerter Bestandteil des Terminkalenders. Gilt es dort doch, kurz vor Beginn der Weihnachtsfeierlichkeiten die Geselligkeit mit Freunden und alten, lange nicht mehr gesehenen Bekannten zu pflegen. Die heißen Getränke, wie selbstgebrauter Äppelwoi und  Säfte, halten Vorstandsmitglieder des HGV für die vielen  morgendlichen Gäste im Museumshof kostenlos bereit, sodass sich zwischen zehn und zwölf Uhr etwa 300 bis 400 alte, neue und ehemaligen Leeheimer Bürger im Museumshof tummeln, darunter zum ersten Mal auch der designierte Bürgermeister Riedstadts Marcus Kretschmann.

Der seit 20 Jahren in Leeheim lebende Benjamin Völker hat diesen Leeheimer Brauch durch seine Leeheimer Frau Caroline kennengelernt. Er freut sich über den Spaß seiner achtjährige Tochter Zoey und des vierjährigen Sohnes Ben, die ihre Heubündel zu Oma und Gode (Patin) bringen. Mit ihrer dreijährigen Nichte Penelope, die ihr Heubündel für ihre Eltern in Erfelden abholt, ist Petra Zielke diesmal das erste Mal dabei. Mit den heute 30 und 25 Jahre alten Söhnen hat diese Aufgabe ihr Mann Oliver übernommen. Zum festen Ritual zählt dieser Termin seit vielen Jahren auch für Lutz Becker -  früher bereits mit seinen drei mittlerweile erwachsenen Kindern - und Ingo Siller mit Sohn und zwei Enkelkindern aus Wolfskehlen. Beide genießen immer wieder die angenehme Atmosphäre im Museumshof, möchten mit ihrem Besuch zum Erhalt dieser alten Tradition beitragen und den HGV unterstützen.