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Lediglich
Reparaturen sind notwendig
Pionierbrücke: Leeheimer
Heimatverein übergibt der Stadt Unterschriften, die den Erhalt der Brücke
unterstützen sollen
24. Februar 2010 | hhh
LEEHEIM.
Die
Unterzeichnenden beantragen, dass sich die Stadt Riedstadt nachdrücklich
dafür einsetzt, dass die sogenannte Pionierbrücke als Zufahrt zum
Schusterwörth und zum Rhein erhalten bleibt." Diese bisher von 659 Bürgern
unterschriebene Aufforderung überreichte Ludwig Jung, Leiter des
Leeheimer Heimat- und Geschichtsvereins, am Montag im Goddelauer Rathaus
der Ersten Beigeordneten Erika Zettel.
Seit
mehr als 100 Jahren sei die Pionierbrücke die einzige Möglichkeit, auf
kurzem Wege auf die Halbinsel Schusterwörth zu kommen, erläuterte er.
Die Bewirtschaftung der Grundstücke dort, die erforderlichen Arbeiten am
Rheinufer, für all dies sei der Weg über diese Brücke notwendig. Auch für
Feuerwehr, Deutsche Lebensrettungsgesellschaft und andere Rettungsdienste
müsse bei Notfalleinsätzen am Rhein der direkte Weg zum Fluss erhalten
bleiben.
Da
das Schusterwörth außerdem Naherholungsraum für zahlreiche Menschen
sei, so Jung weiter, werde die Brücke als Pkw-Zufahrt zum Parkplatz
genutzt, besonders von Gehbehinderten. ,,Die Brücke darf nicht den
gleichen Interessen wie die Schusterwörth-Gaststätte (im ehemaligen
Strommeister-Dienstgebäude) geopfert werden."
Die
Unterschriftenbögen, die der Heimat- und Geschichtsverein verteilt hatte,
wurden bislang von Bürgern aus 36 Kommunen unterzeichnet, darunter
Dornheim, Frankfurt, Hanau, Maintal, Offenbach, Mainz und Wiesbaden.
Während
des Gesprächs im Rathaus, an dem auch Bauamtsleiter Hans Domes teilnahm,
vermutete Jung, dass die Brücke selbst noch mehrere Jahre tragfähig sei.
Lediglich im Gelände fielen einige Arbeiten an, und die Löcher in der
Fahrbahn müssten aufgefüllt werden. Dafür seien die vom Regierungspräsidium
Darmstadt (RP) gebotenen 50 000 Euro mehr als ausreichend. Das RP war
bereit, diese Summe als geschätzte Brückenabrisskosten an die Riedstädter
zu zahlen - wenn das Bauwerk in städtische Verantwortung überginge.
Damit hätte die Riedstadt die Brücke künftig zu unterhalten.
Das
hatte die Stadt bislang abgelehnt. Dass dies zum Präzedenzfall für die
anderen Verkehrswege in der Knoblochsaue werden könnte, erläuterte Hans
Domes: Der Schusterwörth mit seinen rund 1500 Hektar gehört zu 73
Prozent dem Land Hessen und zu 17 Prozent dem Bund. In Riedstädter Besitz
sind nur 3,8 Prozent der Fläche. Damit seien die Haupteigentümer (Land
und Bund) eigentlich für die Verkehrssicherheit und den Wegeunterhalt der
rund 30 Kilometer öffentlicher und Waldwege dort zuständig.
Wenn
diese Wege künftig ,,entsprechend ihrer Verkehrsbedeutung
eingestuft" würden, kämen auf Riedstadt vermutlich erhebliche
finanzielle Belastungen zu. Das RP hatte bereits im April 2008 an das
hessische Straßengesetz erinnert: Dem zufolge dient der Weg zum Schusterwörth
überwiegend dem Verkehr innerhalb einer Gemeinde oder dem Verkehr
zwischen Gemeinden: ,,Der Straßenzug ist deshalb als Gemeindestraße
einzustufen; die Baulast liegt somit bei der Kommune, so dass diese auch für
die Unterhaltung des Weges inklusive des Bauwerkes verantwortlich
ist", hieß es in einer Mitteilung an die Stadt.
In
diesem Zusammenhang wies Erika Zettel darauf hin, dass das Land Hessen als
dessen Eigentümer den Plattenhof veräußern will.
Endgültig
hat sich der Regierungspräsident noch nicht zum Riedstädter Einspruch
gegen die endgültige Schließung der Pionierbrücke geäußert. Am 15.
Januar hatte die Behörde eine Entscheidung bis Ende Februar zugesagt.
Riedstadt werde deshalb die Unterschriften, mit denen die Interessen der
Stadt unterstützt werden sollen, an das RP weiterleiten, betonte Erika
Zettel.
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