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Neujahrsrundgang: Heimat- und Geschichtsverein Leeheim wandert zur Kiesbaggerei – Einblicke in den Betriebsablauf LEEHEIM. Etwa hundert Frauen, Männer und Kinder waren es, die sich am Samstagmorgen bei zehn Grad unter Null in Leeheim trafen, um am Neujahrsspaziergang des Heimat- und Geschichtsvereins teilzunehmen. Nach kurzer Begrüßung durch den Vorsitzenden Ludwig Jung ging es unter Führung von Hans Schwäch die Riedhäuserhofstraße entlang durchs offene Feld, wo man sich bald links hielt, um „die Chaussee zu überqueren" und den kurzen Zufahrtsweg zur Kiesbaggerei Renneisen-Wille zu nehmen, dem Ziel der Wanderung. Den 23. Rundgang zählt der Verein nun schon. Damit, so Jung, ist diese Tradition älter als der Verein selbst. Dieser wurde von den Initiatoren des Rundgang ins Leben gerufen. Der erste Rundgang wurde anlässlich der hundertjährigen Wiederkehr des Hochwassers 1982/ 83 unternommen, bei dem das Wasser einem Meter? hoch 4m Ortskern stand. Nun langsam, so Jung und Schwäch, gingen die Ziele aus. Die Kiesbaggerei samt dem dazugehörigen Quarzsand-Tageabbau stand aber schon länger auf der Agenda. Veranstalter und Gastgeber zeigten sich dann auch in der gemeinsamen Ansprache in der informativ dekorierten Werkshalle bei heißem Holunderapfelwein zufrieden mit dem Arrangement. Viel Wissenswertes präsentierte Albert Renneisen bei einer Führung durch die Baggerei „Im Fuchsloch". Material für Trassenbau und Hallenböden Er erzählte' von der Umsiedlung 1992 vom Riedsee an den jetzigen Standort, erklärte die unterschiedlichen Sande und betonte, dass die Gegend durch ihre Vergangenheit als Flussbett von Rhein und Neckar ein „reines Sandgebiet" sei, das einen hohen Quarzanteil besitze. Seit 2004 fördert das Werk Sand nach europäischer Norm, liefert Material für Trassenbau und beispielsweise Böden von Eissporthallen. Lange sprach Renneisen er über die nahezu unmögliche Wiederverfüllung des Fördersees, die einst am Riedsee kein Problem darstellte.! Nun aber verbrauche man das geförderte Material zu fast hundert Prozent; noch dazu habe der See Trichterform, was das Auffüllen schwierig gestalte. Der Riedsee ist nun Freizeitgebiet. Im See der Renneisens dürfe jedoch nicht gebadet werden, obwohl es einige Unbelehrbare immer wieder versuchten. Deshalb habe man das Gelände nun eingezäunt. Beim Rundgang übers Gelände erklärte Renneisen die Funktion von Anlagen und Sieben. Gefördert werde über das Schöpfrad mit einer Fließgeschwindigkeit von vier Metern pro Sekunde bei einer Abbaugenehmigung bis 40 Meter. Im Winter jedoch stehen die Silos wegen mangelnder Nachfrage und vor allem Frostgefahr leer. Der Rundgang nahm sein Ende bei einer warmen Mahlzeit im Museum, auf die sich viele der Wanderer, die auch von auswärts angereist waren, schon seit dem Morgen freuten.
Dick verpackt und strammen Schrittes marschierten
am Samstagvormittag die Teilnehmer des Neujahrsrundganges durch die
Leeheimer Gemarkung. Die Kiesbaggerei Renneisen war das Ziel der
Veranstaltung des Heimat- und Geschichtsvereins. |