Richtfest im Heimatmuseum - 13.12.2003

Aus Alt wird Neu - Anbau an das Heimatmuseum

Der alte Schuppen vor dem Abriss Das Bauteam (von links)
Edwin Losert, Ludwig Jung, Hans Schwäch, Peter Nold, Hans Moldaner
Der Rohbau wächst

Der Zimmermann Michael Kässmann ist da Das Dach wird gedeckt Das Dach ist fertig, die Innenarbeiten können beginnen.

Jeder von der Gemeinde Riedstadt beim Leeheimer Heimat- und Geschichtsverein investierter Euro sei außerordentlich gut angelegt, versicherte die Erste Beigeordnete Erika Zettel Mitte Dezember beim Richtfest des neuen Anbaues an das Museumsgebäude in der Backhausstraße 8. Erika Zettel bescheinigte den Organisatoren gut gewirtschaftet und in hervorragender Zusammenarbeit viel in Eigenhilfe geleistet zu haben.
In ihren Grußworten hob sie auch die sehr gute Öffentlichkeitsarbeit des Heimat- und Geschichtsvereins mit dem Bewahren und Weiterführen alten Brauchtums und dem sinnvollen Schaffen für die Nachwelt hervor. Bei derartigem Engagement gebe die Gemeinde so weit es in ihrer Macht stehe gerne. Mit einem großen Dankeschön versicherte Erika Zettel, dass auch die Zuschüsse für die weiteren Bauabschnitte gesichert seien.

„Erst das Dach dicht, dann wird gericht", sei sein Leitspruch gewesen, erklärte der Vorsitzende Ludwig Jung an diesem verspäteten Richtfest. Daher wurde auch der Richtspruch des Zimmermanns Michael Kässmann aus Zeitgründen nicht am Bau, sondern im Versammlungsraum des Museums etwas verspätet, aber dennoch zünftig nachgereicht. In seinen Dankesworten an die zahlreichen freiwilligen Helfer und Spender ließ Jung die Entstehung des nun mit Dach und Fenster winterfest
versehenen Baues Revue passieren. Im Juni 2002 sei das Dach auf dem alten Seitenanbau in Eigenhilfe neu gedeckt worden. Die dafür von der Gemeinde Riedstadt vorgesehenen 45.000 € habe sich der HGL als Vereinszuschuss ausbezahlen lassen. Durch die Eigenleistungen habe ein erheblicher Teil des Geldes für den Umbau des alten und hässlichen Schuppens gespart werden können.
Nach einigen ent-' und wieder verworfenen Plänen sei ein Entwurf für einen Neubau für Büro und Archive vorgestellt worden. Ausschlaggebend dafür seien die nicht mehr zeitgemäßen sanitären Anlagen, die engen Verhältnisse im bestehenden Büro, eine sichere Unterbringung des Leeheimer Gemeindearchivs und die Möglichkeit der besseren Nutzung des Veranstaltungsraumes, auch für andere Vereine wie Landfrauen und Arbeiterwohlfahrt gewesen. Die Planskizze, die spätere Bauplanung und Unterstützung während der Bauphase habe Horst Seigerschmitt für den Verein kostenlos übernommen. Dafür gebühre ihm besonderer Dank. Dankenswerter Weise habe auch Klaus Fuckner aus Dornheim die Statik zum Nulltarif geliefert.
Ausschlaggebend für die Inangriffnahme dieses Projektes sei aber die Bereitschaft zur Eigenhilfe der handwerklich tätigen Vorstandsmitglieder Peter Nold (79), Edwin Losert (69), Hans Schwäch (67), Hans Moldaner (63) und auch seiner eigenen, als 60-Jähriger, der jüngste Helfer, gewesen.
Im November 2002 habe der HGL die von Bürgermeister Gerald Kummer für diesen Bau befürwortete Zusicherung von Haushaltsmitteln erhalten. Mit einem Steiger der Firma Wendel, einem Bagger der Firma Allers und der Motorsäge von Adam Lessenich sei die den Neubau hindernde Kastanie gefällt, von Februar bis Mai 2003 der Schacht im Heizraum für Wasser- und Gasanschluss ausgehoben, der baureife Plan mit Statik eingereicht, der alte Schuppen abgerissen, der Hausanschluss für Gas und Wasser neu gelegt, Abfluss und Wasser zum Neubau verlegt, die Mauern zum Nachbarn und zur Straße abgebrochen und die Baugrube ausgehoben worden. Besonderer Dank gebühre auch der Firma Renneisen-Wille für ihre großzügige Spende.
Von Mai bis Ende September sei der Neubau für den Zimmermann fertig gestellt und die Heizung im Altbau von Nachtspeicheröfen auf Gas umgestellt worden. Den Gasanschluss für die Heizung und deren Inbetriebnahme habe Frank Reinhardt dankenswerter Weise kostenlos ausgeführt. Erwähnung in Jungs Ausführungen fand auch der Sonderrabatt für den Heizkessel der Firma Viessmann. Im Oktober habe Michael Kässmann mit seinen Mitarbeitern der MK Holzbau GmbH das Dach aufgeschlagen. Michael Kässmann sei während der Arbeiten Vereinsmitglied geworden und habe seine Arbeitsstunden als solches nicht in Rechnung gestellt.
Bei den Dachdeckerarbeiten sei neben der fachlichen Unterstützung durch Klaus und Jens Reinhardt von der Fa. MK Holzbau GmbH mit Wolfgang Grimm auch Nachbarschaftshilfe zum Zuge gekommen. Nach den bereits Genannten dankte der Vorsitzenden der Gemeinde Riedstadt allen am Gelingen des Projektes in unterschiedlicher Form Beteiligten, wie Hermann Lochmann, sowie Ludwig, Karl und Georg Schaffner. Besondere Erwähnung fand der bis jetzt mehr als 2.300 Arbeitsstunden dauernde Einsatz der HGL - Truppe. Dank sprach Jung auch dem Vereinsfotografen Wolfgang Siebert für die Dokumentation des Baugeschehens und den Vorstandsfrauen für die unermüdlichen Reinigungsarbeiten aus. Weiter äußerte er den Wunsch, der Neubau möge stets gute Verwendung finden und auch immer Menschen bereit sein das Vereinsleben im Heimat- und Geschichtsverein mit seinem Museum im Sinne der Allgemeinheit weiterzuführen. Ehe Ludwig Jung zu gemütlichen Stunden aufrief dankte der Ehrenvorsitzende Heinrich Bonn allen Akteuren für deren Zielstrebigkeit. Nun gelte es, das Ganze mit Leben zu erfüllen. Hauptaufgabe des HGL werde auch weiterhin sein, die Jugend für Vergangenes zu interessieren und sie darin zu bestärken, Altes zu bewahren und zu schätzen.