Weihnachtsbräuche
Weihnachten wird in Leeheim schon seit langen Zeiten in einer gleichen Tradition gefeiert.
Wann im einzelnen gerade bei uns das Weihnachtsfest in der heutigen Art begangen wird, ist nicht genau überliefert.
Vom Weihnachts- oder Christbaum wird schon immer erzählt. Gewiss es wird auch berichtet,
dass nur einzelne Zweige den Christbaum ersetzten, aber wann dies so war ist nicht genau bekannt. Ein Weihnachtsbaum gibt und gab es in fast allen Familien im Dorf.
Abgesehen von der Vorbereitungszeit im Advent beginnt Weihnachten in den Familien in Leeheim, schon seit Generationen am 24. Dezember, dem Heiligabend, oder wie es auch im Leeheimer Sprachgebrauch heißt, am Bescherabend (von Bescherung).
Beim Glockengeläut um 16 Uhr tragen die Kinder Heubündel zu ihren Verwandten, zu Großeltern, Paten, Onkels und Tanten oder sonstigen, der Familie nahestehenden,
Personen. Das Heu ist für den Esel des Christkindes bestimmt, so wird es den Kindern dargestellt. Er soll, solange das Christkind seine Gaben verteilt, auch Futter haben.
Ein Kinderreim trifft für diesen Leeheimer Weihnachtsbrauch zu.
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Christkind komm in unser Haus, |
Nach der Überlieferung, die bis in das 18. Jahrhundert zurück reicht, bringt das Christkind die Gaben unter den Weihnachtsbaum. Da er die Gaben nicht alle allein tragen kann kommt ihm der Nikolaus und das "Eselchen" zu Hilfe. Deshalb, so wurde der Brauch seit Generationen den Kindern vermittelt, wird das Heu getragen.
Früher gab es fast in jeder Hofreite in Leeheim Heu. Nachdem es in Leeheim fast keine Großviehhaltung mehr gibt, sind auch keine Heubestände in der früheren Art mehr vorhanden.
Der Heimat- und Geschichtsverein ist an der Weiterführung des Volksbrauches sehr interessiert und gibt am Vormittag des 24. Dezember
ab 10:00 Uhr in den Räumlichkeiten des Heimatmuseums Heubündel aus.
Nachmittags um 16 bis 16.30 beginnt unter dem Geläut der Kirchenglocken ein emsiges Treiben in Leeheims Straßen.
Kinder bis zu 7 oder 9 Jahren, teilweise noch in Begleitung ihrer Eltern, tragen die Heubündel zur Verwandtschaft.
Die Einwohnerschaft nimmt regen Anteil an diesem Brauch. Sie begibt sich auf die Ortsstraßen und schaut dem Treiben zu. Die Kinder erhalten von den Verwandten eine kleine Aufmerksamkeit etwas Gebäck oder ähnliches.
Sie nehmen die Aufforderungen der Großeltern, Paten oder anderer Verwandten mit nach Hause, am nächsten Tag das Weihnachtsgeschenk abzuholen.
Um 20 Uhr läuten die Glocken. Sie läuten das Christkind vom Himmel, und in den meisten Familien beginnt die Bescherung. In den Jahren vor und kurz nach dem zweiten Weltkrieg, ist immer hin und wieder ein Christkind, oder gar ein Nikolaus zu Familien, wo noch kleine Kinder waren, gekommen. Es ist nicht mehr die Regel. Auch damals war der Nikolaus und auch das Christkind meistens von den Familien bestellt worden.
Nachts von 4 bis 4.30 Uhr läuten abermals die Glocken. Dieser Bestandteil der Läuteordnung der Leeheimer Kirchengemeinde besteht schon seit vielen Generationen. Das Christkind wird zum Himmel geläutet. Die Kinder dürfen so lange aufbleiben und spielen, oder wollen geweckt werden damit sie das Glockengeläut auch hören.
Sonntag beginnen die Familienbesuche, Kinder gehen zu Verwandten um Geschenke zu holen. Kinder kommen mit ihren Familien zu den Eltern oder umgekehrt. Dies setzt sich auch am zweiten Feiertag fort, wenn die Familie groß und zahlreich
ist. Geschenkt werden in der Regel praktische Sachen. Die Art der Geschenke und auch das Schenken selbst ist in Familien unterschiedlich hierzu bedarf es keiner Regel.
Die Zeiten, in denen Kinder mit einem Taschentuch mit einem Apfel und ein paar Nüssen von der Verwandtschaft nach Hause gingen, gehört in den meisten Familien in die Zeit um 1900. Heute werden der Zeit entsprechende Geschenke gegeben über deren Wert jede Familie selbst entscheidet.